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Entwicklungspolitische Bildung

Entwicklungspolitische Bildung mit dem Weltverteilungsspiel (c) ESTAruppin e.V.

"Entwicklungspolitik ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Um eine friedlichere und gerechtere Welt zu schaffen und um allen Menschen die Freiheit zu sichern, ihr Leben ohne materielle Not und selbstbestimmt zu gestalten, ist das Engagement möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger erforderlich.“ 

Seit 2014 gibt es bei ESTAruppin e.V. einen Arbeitsbereich, der vor allem Kinder und Jugendliche für die Ungerechtigkeiten, die in unserer Welt durch Profitinteressen entstehen, sensibilisieren möchte. Wir wollen unsere eurozentrische Sichtweise in Frage stellen und zu Neugier und Achtung animieren.

In der Bildungsarbeit thematisieren wir Verflechtungen globaler und lokaler Entwicklungen und nehmen das Bild der Globalisierung mehrdimensional in den Blick.

Dabei wollen wir die Kinder und Jugendlichen darin unterstützen, eigene Positionen zu beziehen, Perspektiven zu erkennen und ihre Chance auf Mitbestimmung wahrzunehmen.

Konkret geht es um Fragen wie: Woher kommen die Produkte unseres Alltags und wie hängen diese mit Armut und Reichtum zusammen? Wer verdient an welchem Produkt? Wie leben Menschen in anderen Ländern? Warum fliehen Menschen zu uns? Was hat unsere Schokolade oder unser Fleischkonsum damit zu tun? Brauchen wir jedes Jahr ein neues Handy? Wie funktioniert der faire Handel?

Aktuelle Bildungsangebote

Gerechtigkeit ist ein Wort, welches im heutigen politischen Alltag nicht mehr groß geschrieben wird. Das wird besonders deutlich wenn man einen Blick auf Arbeitsbedingungen, Arbeitsrechte und Löhne in den Ländern wirft, in denen unser Wohlstand produziert wird, in denen Krieg herrscht und Menschen sich auf die Suche nach einem besseren Leben begeben.

Zur Zeit fokussieren wir uns auf das hochaktuelle Thema Flucht. Wir wollen mit unseren Bildungsangeboten die Schüler_innen erreichen, ihre Ängste begreifen und Vorurteile entkräften. In offenen Diskussionsrunden mit kleineren Präsentationen werden Fluchtursachen, weltweite Konflikte und das Zusammenleben mit Geflüchteten thematisiert. Durch das Einbeziehen von Geflüchteten in das Projekt „Flucht“ stellen wir einen unmittelbaren Bezug zu den erlernten Inhalten her.

Außerdem stellen wir mit Hilfe einer 4x5m großen Weltkarte dar,  wie ungleich der Reichtum auf die Welt verteilt ist. Weltweite Fluchtbewegungen sollen dadurch ins Verhältnis zum Reichtum der Kontinente gesetzt werden. Die Aktivität regt mit oft unerwarteten Ergebnissen zum Nachdenken und zu Diskussionen an.

Anhand kleinerer Filmausschnitte eröffnen wir einen weiteren anderen Blickwinkel auf die Thematik. In den nächsten Monaten planen wir unter anderem eine direkte Zusammenarbeit mit geflüchteten Personen – um noch konkretere Angebote zu erstellen. 

Wir bieten unterschiedliche Unterrichtseinheiten für Schüler_innen der Sekundarstufe I und II sowie für Berufsschulen an. Die Angebote für Schulen & Jugendgruppen sind gratis. Einen Überblick über die Themen sowie eine Kurzbeschreibung der Angebote von Hille Heinecke finden Sie hier.

Für Informationen und Anfragen melden Sie sich bitte bei:
Hille Heinecke
, 03394.448162, h.heinecke@estaruppin.de, Waldring 27, 16909 Wittstock

Entwicklungspolitische Bildung an der Waldring-Grundschule und im Catharina-Dänicke-Haus im Dezember 2016

Die Projekte finden in der Waldring-Grundschule oder im Catharina-Dänicke-Haus in Wittstock statt. Dort können die Schüler gleich den Weltladen kennenlernen. Im Weltladen gibt es fair gehandelte Produkte, welche die ökonomische Fluchtursache bekämpfen.

Die Projekte werden von Hille Heinecke von ESTAruppin organisiert und von der Augusta Viktoria Stiftung, der Brebit und der Paul Marschallstiftung finanziert.

Einige Eindrücke aus dem Jahr 2017 finden Sie hier.

Akim rennt

Referentin: Yuliana Irawati Gubernath

Das Bilderbuch „Akim rennt“ wird vorgestellt. Akim rennt um sein Leben – sein Dorf wurde von Soldaten überfallen. Aus der Perspektive eines Flüchtlingskindes erfahren die SchülerInnen etwas über die grausame Situation von Kindern in Krisengebieten. Schon im frühen Alter werden die Kinder mit Krieg und Gewalt konfrontiert. Akim hatte keine Wahl, er geriet unfreiwillig in gefährliche Situationen. Spielerisch empfinden die Kinder den Fluchtweg nach, dabei entstehen neue Geschichten sowie eine Traumwelt des Zusammenlebens. Diese werden auf einer großen Leinwand dargestellt.

Virtuelles Wasser-Lehmbau-Dorf

Amos und Enea: ein neuer Anfang in einem neuen Land

Referentin: Aurelie Bilé Akono

Amos und Enea haben ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen. Enea hatte den Umzug geplant und Amos musste schnell und unerwartet fliehen. Anhand von Spielen, Fotos und Filmen erkennen die SchülerInnen den Unterschied zwischen Flucht, Migration und Urlaub. Durch Amos und Enea lernen sie unterschiedliche Gründe dafür kennen, warum Menschen ihre Heimat erlassen. Sie erfahren auch von den Schwierigkeiten der Kinder, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen und von den anderen Kindern akzeptiert zu werden.

Leben in Bewegung

Referentin: Virginia Hetze

Weltweit leben viele Menschen nicht an dem Ort, an dem sie geboren wurden – sie wohnen im Nachbardorf, in einer anderen Stadt oder auf einem anderen Erdteil. Als ich ein Kind war, gingen Männer in Simbabwe zur Arbeit nach Südafrika. Männer aus Malawi und Mosambik arbeiteten in Simbabwe und viele meiner Lehrer kamen aus Europa. Heute arbeiten viele Simbabwerinnen in Europa. Im Gespräch, mit Rollenspielen, kurzen Filmen und beim Musikzieren versetzten sich die Schüler in verschiedene Lebenssituation von MigrantInnen und versuchten ihr Motive, Gefühle und Hoffnungen zu verstehen.

Ich habe noch nie Schokolade gegessen

Referent: Mark Asamoah

Die Situation von Kakaobauern in Ghana, wie wird Kakao angebaut und verarbeitet, Fairer Handel mit Kakao, die Schüler lernen, dass Solidarität in Familie, Klasse, Schule und der Welt wichtig sind und sich gut anfühlen.

Die Hüterin am weißen Fluss

Referetin: Heike Kammer

Mit mittelamerikanischem Puppentheater, Bildern und einem kurzen Film erfahren die Kinder von dem kleinen Volk der Lencas in Honduras (Mittelamerika). Sie lernen deren Bemühungen um den Schutz der Flüsse und Wälder kennen und erfahren, warum die Lencas gegen den Bau des Staudamms sind. Wenn es ihnen nicht gelingt, den geplanten Staudamm am Fluss zu verhindern, werden viele Menschen ihr Land verlieren. Diese müssen dann in die Städte oder nach Norden in die USA flüchten. Die Kinder bauen sich eigene Handpuppen, die sie als UmweltschützerInnen daran erinnern, unsere Mutter Erde zu schützen.

Vom Land in die Stadt

Referentin: Ni Ketut Warsini

Immer mehr Menschen reisen nach Bali. Die Insel ist eines der beliebtesten Tourismusziele weltweit. Das führt zur Abwanderung von Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Tourismuszentren. Missernten und Wassermangel haben diesen Trend verstärkt. Viele Reisfelder werden inzwischen anders genutzt. Die SchülerInnen lernen, wie sich die interne Migration auf den Alltag der Kinder und ihre Zukunftschancen auswirkt. Sie machen sich Gedanken, wie sie sich fühlen würden, wenn sie aus Existenzgründen ihren Wohnort verlassen müssten. Die Schülerinnen schlüpfen dazu in die Rolle von Kindern in Bali und diskutieren als handelnde Figuren im Schattenspiel über die Ursachen und Wirkungen von Landflucht. Anschließend bastelten sie Stabpuppen und Masken für spätere eigene Theaterstücke und probierten balinesische Leckereien wie Glückskekse und Mangogummi. Mehrere Kinder sagten, das sei der schönste Tag in ihrem Leben. Die ganze Welt reiche nicht aus, um zu sagen, wie schön sie es fanden.

Gemeinsam sind wir stark

Referenten: Mark und Elizabeth Asamoah

Ein Mädchen erzählt über sein Leben in einem Dorf in Ghana. Leider hat die Familie ihr Land verloren. Dort wachsen jetzt Palmen, aus deren Früchten Öl gewonnen wird, das in Europa für die Herstellung von Margarine, Lippenstift oder Hautcreme benutzt wird. In der Stadt ist das Leben ganz anders – und ohne die Solidarität anderer Kinder wäre alles noch schwerer. Die Schüler hören die Geschichte der Familie, schauen Bilder von ihrem Leben an, probieren Spiele der Kinder aus und spielen etwas aus dem Leben der Kinder nach. Weil die meisten Spiele nur funktionieren, wenn alle zusammenhalten, lernen die Kinder, was Solidarität bedeutet und dass es eigentlich egal ist, woher wir kommen.

 

Kontakt

Hille Heinecke

03394.448162
h.heinecke@estaruppin.de

Waldring 27
16909 Wittstock

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